Ohne Parteilichkeit für Staat und Nation läuft der demokratisch regierte Kapitalismus hierzulande nicht so rund, wie das leider der Fall ist. Zudem stellt er die Gesinnungsgrundlage dar, auf dem in der Demokratie immer wieder rechtsextreme und neofaschistische Gruppierungen entstehen. Zum anderen aber stört mich am Antifaschismus von Linken, dass sie gerade darin eine implizite Parteinahme für die hiesige Gesellschaft ist. Die wird explizit, wo die Demokratie zum kleineren Übel und ein Faschismus zum Gipfel der Barbarei erklärt wird. Dieser falsche Vergleich ärgert mich schon sehr. Erstens weil Demokratie und Faschismus zwei Varianten derselben, nämlich bürgerlicher Herrschaft sind, zweitens weil der Faschismus nicht erfasst ist, schon gar nicht der Neofaschismus, wenn er nur auf Holocaust und Welteroberungspläne reduziert wird, und drittens weil sich diese Linken schon sehr mit den kapitalistischen Verhältnissen arrangiert haben müssen, wenn sie das real existierende „Übel“ der Erfindung einer drohenden Machtübernahme durch einen Neofaschismus mit erfundenem Programm vorziehen.
Freerk Huisken im Interview mit “eigentümlich frei” (via grantelhuber)
(Source: chelseawoosh)
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